Aus den Regalen gefallene Bücher liegen gestapelt auf dem Boden

Fotografie: Learnings nach einem Jahr

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich mir, passend zu meinem bevorstehenden Urlaub, eine digitale Spiegelreflexkamera gekauft und bin damit in die Welt der Fotografie eingestiegen. Heute, also fast ein Jahr danach, will ich berichten was ich alles gelernt habe. Wenn meine Erkenntnisse dem einen oder anderen helfen ist das natürlich umso besser.

Wenn jemand Tipps für mich und den Rest der Welt hat, darf er/sie natürlich auch gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich persönlich bin für jede neue Erkenntnis dankbar.

Fotografie muss abwechslungsreich sein

Umriss eines Baumes am Chiemsee, hinter dessen Stamm die Sonne untergeht

Dieses Foto entstand am Chiemsee im Frühling 2012. Die Bearbeitung dieses Bildes hat es erst ermöglicht den Himmel so dramatisch wirken zu lassen.

Wenn ich eines im letzten Jahr gelernt habe, dann das dass Fotografie unglaublich vielfältig ist. Es geht bei weitem nicht nur darum durch den Sucher zu blicken und den Auslöser zu betätigen. Ganz im Gegenteil. Fotos, die aus der normalen Standposition eines Menschen aufgenommen werden sind oft die langweiligsten aufgrund des natürlichen Blickwinkels, vor allem mit einem Weitwinkel-Objektiv an der Kamera.

Als Fotograf muss man flexibel sein, die Gegend um sich herum wahrnehmen und den besten Standpunkt für sein Foto finden. Ungewöhnliche Blickwinkel machen ein Bild interessant und sehenswert. Ob von oben, unten, schräg oder kopfüber. Je ungewöhnlicher der Blickwinkel, desto kreativer wirkt ein Bild. Natürlich sind auch Fotos aus dem Stand (je nach Motiv) sehr sehenswert, aber oft genug wirken sie einfach nicht so wie man sich vor seinem geistigen Auge vorstellt.

Nicht nur der Standpunkt bei der Aufnahme ist wichtig, auch die Einstellung der Kamera. Kann man mit Tiefenschärfe arbeiten, ist die Belichtung richtig eingestellt, sollte man sich dem Motiv eher nähern oder noch ein  wenig mehr Abstand nehmen? All das sind Fragen, die man klären sollte bevor man den Auslöser betätigt.

Fotografie besteht nicht nur aus Technik

Mit Technik meine ich in diesem Fall nicht nur die ganzen technischen Spielereien, die man mit sich herumschleppt, sondern auch die oben bereits genannten Fragen. Allerdings muss ich gestehen, dass selbst die beste Technik oft nicht ausreicht um sehenswerte Ergebnisse zu erhalten. Oft sind es die spontanen Schnappschüsse, die fehlerhafsten Bilder oder die, die aus Versehen entstanden sind, die am besten wirken.

Logischerweise ist eine gute Technik in der Fotografie durchaus hilfreich, aber für mich gibt es zwei Grundsätze nach denen ich mich richte: “Der Fotograf macht das Bild” und “Eine gute technische Ausrüstung erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit gute Bilder zu schießen”. Was jedoch ganz klar hilft ist die Kamera schon beim Auslösen möglichst gerade zu halten, so dass man nachher in der Bearbeitung möglichst wenig durch das Geraderücken verliert.

Manuelle Fotografie ist nicht schwer

Anfangs bin ich teils aus Respekt vor den Möglichkeiten meiner Spiegelreflex, teils aus Unwissenheit oft genug im vollautomatischen Modus durch die Welt gewandert. Doch schon sehr bald musste ich feststellen, dass man im manuellen Modus wesentlich vielfältigere Möglichkeiten hat Einfluss auf sein Bild zu nehmen.

Mit zunehmendem Verständnis der Möglichkeiten und dem Wunsch nicht nur 0815-Bilder zu machen bin ich mittlerweile soweit, dass ich nur noch im manuellen Modus fotografiere. Kurz gesagt stelle ich für jedes Foto selbst die Belichtungsdauer, die Blende und oft genug auch den Fokus ein. Schaue ich mir meine Fotos an sieht man auch, dass meine Fotos mit der Zeit immer besser wurden und vor allem “gezielter” wirken. Klar ist da immer noch genug dabei, was nur bedingt gut aussieht, aber die Dichte an guten Fotos ist enorm gestiegen. Und ich wage mich immer öfter an Dinge, die ich bis dato nicht ausprobiert habe.

Die Ausrüstung eines Fotografen

Foto eines Gangs, der von Glasscherben übersät ist und dessen abzweigende Glastüren offen stehen

In einem verlassenen Sanatorium fand ich diesen Gang, der zu diversen kleinen Inhalationsräumen führt, in denen lungenkranke Patienten therapiert wurden.

Als Anfänger ist man oft schon froh genug wenn man sich endlich eine gute Kamera geleistet hat. Doch mit steigenden Ansprüchen und zunehmender Spezialisierung kommt jede Menge Zubehör ins Spiel.

Bei mir sind das konkret ein neues Objektiv (eine 50mm-Festbrennweite von Nikon ohne Autofokus), ein GPS-Logger, ein Sunsniper-Strap, eine kabelgebundene Fernbedienung, ein Lenspen, ein Stativ, eine Wasserwaage für den Blitzschuh und noch ein paar Kleinigkeiten. Natürlich spielt auch die Software in der Fotografie eine große Rolle. Ohne eine ordentliche Bildverwaltung verliert man schnell den Überblick über seine Werke und ohne die Möglichkeit die Bilder nachträglich zu bearbeiten hätte ich schon so manches Foto nicht weiterverwenden können.

Je nachdem, wo man ist und was man fotografieren will braucht man natürlich noch weitere Ausrüstung. Beim Urban Exploring habe ich beispielsweise immer eine Kleinigkeit zu Essen dabei. Viel Wasser, vor allem bei heißem Wetter, ist natürlich auch wichtig. Und nicht zu vergessen eine Taschenlampe, eine kleine Atemschutzmaske und das Handy für den Notfall.

Das Foto nach dem Foto

Nachdem man seine Fotos auf den Rechner übertragen hat, beginnt erst die richtige Arbeit. Alle Bilder wollen gesichtet, katalogisiert und ggf. nachbearbeitet werden. Letzteres ist in der Welt der Fotografie oftmals verpönt und gleicht bei manchen Fotografen einem Tabu. Für mich ist es jedoch sehr wichtig meine Aufnahmen, vor allem die die ich veröffentlichen will, zu bearbeiten.

Dabei wende ich (nahezu) immer eine Objektiv-Korrektur an, richte das Bild gerade aus und stelle den Weißabgleich korrekt ein. Weiter drehe ich oft auch noch an den diversen Reglern für die Belichtung, Farbwerte, Kontrast usw. Oft genug beschneide ich das Bild auch, sofern nur ein Teil wirklich brauchar ist. Eine hohe Auflösung der Kamera ist hier natürlich sehr praktisch.

Blogs, Blogs, Blogs

Als täglicher Feedleser habe ich natürlich auch einige Fotoblogs abonniert, die mir schon desöfteren zu neuen Anregungen und Ideen verholfen haben oder auch einfach eine tolle Technik vorgestellt haben, die mir bis dahin nicht bekannt war. In meinem Feedreader habe ich konkret dieses Blogs gelistet:

Danke an dieser Stelle für die tollen Artikel. Macht weiter so!

Und wie geht´s weiter?

Noch bin ich lange nicht am Ende der Weisheiten der Fotografie angekommen. Dafür ist das Thema viel zu abwechslungsreich und spannend. Und selbst wenn ich in 20 Jahren immer noch mit einer Kamera durch die Gegend renne und nach Motiven Ausschau halte werde ich kaum ausgelernt haben und jeden Tag aufs neue überrascht werden. Ich freue mich jedenfalls darauf und hoffe, dass ich nicht so schnell den Spaß daran verlieren werde.

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Hallo, ich heiße Benjamin Hofmann und mir gehört dieses Blog. Wenn du mehr über mich erfahren willst kannst du das auf dieser Seite tun. Ich bin natürlich auch auf Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

2 comments, add your’s.

Hermann

Dein Artikel ist mir heute beim Surfen aufgefallen – toller interessanter Beitrag!

Da komme ich mit Sicherheit des öfteren vorbei auf Deinem Blog.

Ich werde Deinen Blog weiterempfehlen, vielen Dank für die Infos.

Schöne Grüße
Hermann

Jochen

Hallo Benni,

einen schönen Sonnenuntergang mit Silhuette hast Du da erwischt. Mir gefällt auch Dein Hang zu “rotten places”, denn ich mag auch alte Industrieanlage und irgendwie unbehaglich Motive. Falls Du Dich fotografisch weiterentwickeln möchtest, so kann ich Dir den Fortgeschrittenenkurs von Stefano Paterna in Köln empfehlen. Den habe ich vor 4 Wochen besucht und konnte noch einiges mitnehmen. War allerdings nicht ganz billig die Geschichte. Ich habe Dir den Link mal hinter meinen Name gelegt. Wenn Du magst, dann besuch mich doch mal auf der Fotocommunity Seite: http://www.fotocommunity.de/fotos-bilder/jaymesbond.html

Viele Grüße

Jo

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