Medikamentensammlung von Granocyte, Alkoholtupfern, Paracetamol und einer Broschüre zur Verabreichung von Granocyte

Voruntersuchung bei Cellex in Köln

Heute, am 18.11.2014 hatte ich um 10 Uhr meinen Termin zur Voruntersuchung für die bevorstehende Stammzellenspende bei Cellex in Köln. Hier nun ein kleiner Abriss meines Tages.

5:00 Uhr: Aufstehen. Ab nach Köln!

Eigentlich wollte ich um 5 Uhr aufstehen und mich langsam auf den Weg machen. Da ich die Nacht über jedoch gefühlt gar nicht geschlafen habe, stand ich bereits 15 Minuten eher auf, bin im Bad verschwunden, habe meine Sachen gepackt und bin bereits um 5:05 Uhr im Auto gesessen. Erst noch schnell tanken und dann direkt weiter auf die Autobahn.

Die Fahrt an sich war problemlos, abgesehen von andauerndem Stau ca. 30 Kilometer vor Köln aufgrund von diversen Baustellen. Außerdem hat mich Google Maps auf meinem Nexus 5 ziemlich aufgeregt, da dieses seit dem Update auf Version 5.0 (Lollipop) alle paar Minuten die Route grundlos neu berechnet oder sogar behauptet kein GPS-Signal zu haben.

Überpünktlich gegen 9 Uhr war ich dann auch in Köln in der Tiefgarage des Mediaparks. Die verbleibende Zeit habe ich genutzt, um noch eben schnell etwas Ingress zu spielen und damit meine Nervosität auszublenden. Was auch ganz gut funktioniert hat.

9:45 Uhr: Ankunft bei Cellex zur Voruntersuchung

Foto des Gebäudes Nummer 6 im MediaPark Köln, in dem Cellex die Voruntersuchung zur Stammzellenspende durchführt

In diesem Gebäude im MediaPark Köln fand die Voruntersuchung statt. By Geolina163 (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Um 9:45 Uhr meldete ich mich im fünften Stock bei Cellex an und wurde auch direkt freundlich empfangen. Die Empfangsdame bat mich um meinen Personalausweis, von dem sie eine Kopie machen musste. In der Zwischenzeit erhielt ich ein Klemmbrett mit ein paar Formularen zur Verwendung der heutigen Testergebnisse, meiner finalen Einverständniserklärung für die Stammzellenspende und einer Checkliste für den Termin.

Kurz darauf kam die Empfangsdame in den Wartebereich an den Tisch, an den ich mich gesetzt hatte, und erläuterte einem weiteren Wartenden und mir die weitere Vorgehensweise für die Voruntersuchung. Außerdem hatte sie ein kleines Plastikgefäß dabei und bat um eine Urinprobe. Bei allen Neuzugängen im Wartebereich war das auch das erste, was wieder vom Tisch verschwand

Apropos Neuzugänge. Im Wartebereich, der auf den zweiten Blick größer war als ich ursprünglich annahm, warteten ca. 15-20 Personen. Wie viele davon tatsächlich zur Voruntersuchung da waren und wer nur als Begleitung kann ich nicht genau sagen, aber mit so vielen habe ich definitiv nicht gerechnet.

11:00 Uhr: Blutentnahme und EKG

Nach einer relativ langen Wartezeit ging es weiter mit der Voruntersuchung und ich wurde ich von einer Ärztin abgeholt und in ein Untersuchungszimmer geführt. Dort hat sie zuerst meinen Blutdruck und Puls gemessen. Ersterer war völlig in Ordnung, zweiterer etwas erhöht wegen der Aufregung. Und wahrscheinlich auch wegen des vielen Kaffees und Schlafmangels auf der Hinfahrt.

Anschließend musste ich mich auf die Liege legen und mir wurden 20 (sic!) Ampullen Blut abgenommen. Insgesamt waren das nur ca. 100 ml Blut, also ungefähr die Menge einer kleinen Blutspende, aber das wirkt schon etwas merkwürdig, wenn da plötzlich 20 von diesen Dingern neben einem auf dem Tablett liegen.

Nachdem auch das erledigt war musste ich mich obenrum freimachen und erneut auf die Liege legen für ein EKG. Direkt im Anschluss hat die Ärztin mir die oben bereits gezeigten Medikamente in einer Tasche eingepackt und mir die Dosierung erklärt.

11:55 Uhr: Umzug in die Klinik

Nach einer weiteren kurzen Wartezeit kam eine weitere Mitarbeiterin in den Wartebereich und hat eine zukünftige Knochenmarkspenderin und mich aufgerufen und vom „Untersuchungs-Büro“ in die MediaPark Klinik geführt, die zu Fuß nur ein paar Minuten entfernt liegt. Aufgrund eines Computerproblems gab es einen „Ärztestau“ und die Wartenden konnten nicht schnell genug untersucht werden.

Dort angekommen ging es in den ersten Stock, wo sich das Entnahmezentrum von Cellex in Köln befindet. Auch hier haben einige Personen mehr gewartet als ich angenommen habe, unter anderem mehrere Personen, die ebenfalls zur Voruntersuchung angereist waren.

12:30 Uhr: Beratungsgespräch und Ultraschall

Nach einer erneuten kurzen Wartezeit wurde ich auch hier von einer Ärztin abgeholt und in einen weiteren Untersuchungsraum geführt. Dort startete auch direkt das in der Voruntersuchung eingebettete Beratungsgespräch und ein paar offene Fragen konnten geklärt werden, z.B. warum ich trotz der bei mir angewandten Stammzellenapharese (Blutstammzellenentnahme) auch ein Infoblatt zur Knochenmarkentnahme zugeschickt bekommen habe. In seltenen Fällen kann es passieren, dass selbst an zwei Tagen hintereinander nicht genug Stammzellen aus dem Blut gewonnen werden können. Dann muss eine Knochenmarkspende stattfinden, zu der logischerweise aber auch mein Einverständnis gehört.

Danach gingen wir noch den Gesundheitsfragebogen gemeinsam durch, um eventuelle Ungereimtheiten aufzuklären. Und dann musste ich mich auch hier obenrum freimachen und auf die Liege legen. Was folgte war ein ausführlicher Ultraschall meines gesamten Oberkörpers, bei dem insbesondere meine Milz vermessen wurde. Diese kann sich im Zuge der Stammzellen-Mobilisierung vergrößern, deswegen muss vorher bereits sichergestellt werden, dass es nicht zu einem Milzriss kommen kann.

Screenshot des Routenplaners von Google Maps

Screenshot der zu fahrenden Strecke von mir zuhause bis zu Cellex in Köln.

Abgesehen davon wurde auch meine Lunge, Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse und Blase untersucht. Herz und Lunge sind top in Ordnung. Die Leber ist leicht verfettet, was bei meinem Übergewicht auch kein Wunder darstellt. Aber mit einer gesunden ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist auch das in den Griff zu bekommen, so dass ich in späteren Jahren keine Probleme damit bekomme.

13:20 Uhr: Fertig. Ab nach Hause!

Um 13:20 Uhr wurde ich dann „entlassen“ und konnte mich auf den Heimweg machen, aber nicht ohne mich vorher im Parkhaus zu verlaufen. Alles in allem war der Tag äußerst aufschlussreich und wenn jetzt kein Blocker mehr im Labor gefunden wird erhalte ich Anfang nächster Woche meinen Freigabebrief zur Stammzellenspende, gemeinsam mit meinen Untersuchungs-Ergebnissen der Voruntersuchung. Ich bin gespannt!

Share this:

Hallo, ich heiße Benjamin Hofmann und mir gehört dieses Blog. Wenn du mehr über mich erfahren willst kannst du das auf dieser Seite tun. Ich bin natürlich auch auf Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

2 comments, add your’s.

hoke

Sehr ausführlich beschrieben, bei mir ist es nächste Woche so weit

    Glückwunsch! Dann hoffe ich mal, dass die Spende bei dir funktioniert und sich dein genetischer Zwilling schnell wieder erholt

2 Trackbacks

  1. […] Bug ist für mich jedoch das unglaublich instabile GPS. Als ich gestern auf dem Weg nach Köln zur Voruntersuchung meiner Stammzellenspende unterwegs war stürzte Google Maps irgendwann einfach ab und hat sich beendet. Das an sich ist […]

  2. […] Vorbereitung zur Stammzellenspende hat nach der Voruntersuchung am 18.11.2014, ebenfalls in Köln, am Samstag vier Tage vor der eigentlichen Spende begonnen. Ich musste mir […]

Leave a comment