Stammzellenspende, es wird ernst!

Sie hatten sich vor einiger Zeit Blut für eine Bestätigungstypisierung abnehmen lassen. Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt jetzt vor und es besagt, dass Ihre Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen und Sie der geeignete Spender wären.

Dieser Text hat mich heute am Mittag des 17.10.2014 wieder wachgerüttelt als ich schnell in der Mittagspause meine Mails gecheckt habe. Direkt danach habe ich auch gesehen, dass ich von der Firma Cellex Gesellschaft für Zellgewinnung mbH aus Köln angerufen wurde. Nachdem meine Bestätigungs-Typisierung bereits über 6 Wochen zurückliegt und die letzte Nachricht der DKMS hierzu ebenfalls bereits vier Wochen wollte ich sowieso schon mal anfragen wie denn der aktuelle Status ist.

Nun gut, das hat sich dann wohl erledigt. Jedenfalls habe ich dann direkt bei Cellex angerufen und auch direkt die nette Dame, die mir die Mail geschickt hat, in der Leitung gehabt. Diese hat sich zunächst rückversichert, ob ich tatsächlich noch zur Spende bereit bin. Als ich ihr das bestätigt habe rückte sie auch direkt mit ein paar mehr Informationen dazu raus, was mich in der nächsten Zeit erwarten wird.

Foto der Notizen, die ich mir während dem Telefonat mit der Dame von Cellex zur bevorstehenden Stammzellenspende gemacht habe.

Foto der Notizen, die ich mir während dem Telefonat mit der Dame von Cellex zur bevorstehenden Stammzellenspende gemacht habe.

Insgesamt haben wir ca. 20 Minuten telefoniert, in denen mir unter anderem eröffnet wurde, dass bei mir die Stammzellenspende über die periphere Entnahme stattfinden wird. Ich bin froh, dass sie mein Gesicht bei dieser Nachricht nicht gesehen hat. Zum einen hatte ich gehofft dass es so geschehen wird, zum anderen musste ich aber auch gleich an die vorbereitenden Spritzen vor der Entnahme denken.

Diese sind notwendig, damit mehr Stammzellen in den Blutkreislauf gespült werden als das normalerweise der Fall wäre. Damit fällt die Entnahme um einiges leichter. Allerdings muss man sich diese selbst verabreichen, alternativ kann das aber auch ein Pflegedienst übernehmen. Ob ich mir diese Spritzen selbst verabreichen kann wird sich dann aber wohl in der Voruntersuchung zeigen. Außerdem können sie Nebenwirkungen haben, die grippeähnliche Symptome zutage fördern, also Müdigkeit, Gliederschmerzen und alles was so dazugehört.

Terminplan zur Stammzellenspende

Ein weiterer großer Punkt war die Terminierung der nächsten Schritte. Nur wenige Stunden nach dem Telefonat erhielt ich eine weitere E-Mail mit den Terminwünschen der behandelnden Klinik „meines“ Patienten. Diese wünschen sich den 18.11.2014 zur Vorsorgeuntersuchung und den 03.-04.12.2014 als Entnahmetermin.

Bei der Vorsorgeuntersuchung muss ich um 10 Uhr morgens in der Entnahmeklinik im MediaPark in Köln vorstellig werden, wo ich dann ausgiebig untersucht werde und die Ärzte kennenlernen kann, die dann zwei Wochen später für mich zuständig sein werden. Einen kleinen Vorgeschmack auf das was mich dort erwartet habe ich im Blog eines weiteren Spenders gefunden.

Der Termin zur Stammzellenspende Anfang Dezember zieht sich deshalb über zwei Tage, da es passieren kann, dass am ersten Tag nicht genug Stammzellen gewonnen werden können. Tritt dieser Fall ein muss man am nächsten Tag nochmal in die Klinik und die Prozedur erneut über sich ergehen lassen.

Prozedur trifft es übrigens ziemlich gut. Wie in meinem ersten Artikel über meinem Weg zum Spender bereits geschrieben wird hierbei in beiden Armen jeweils eine Nadel versenkt, über die das Blut abgeleitet und zentrifugiert wird, um die Stammzellen zu extrahieren. Das Blut ohne Stammzellen wird dann über den anderen Zugang wieder zurück in den Körper geleitet. Das Ganze dauert ca. 3-5 Stunden und dabei fließt das komplette Blut des Körpers zwei mal durch die Maschine. Insgesamt werden aber nur ca. 200 ml abgeschöpft, also erheblich weniger als bei einer normalen Blutspende.

Kostet die Stammzellenspende etwas?

Schaubild der einzelnen Schritte von der Typisierung bis zur Stammzellenspende und die Zeit danach. © Cellex

Schaubild der einzelnen Schritte von der Typisierung bis zur Stammzellenspende und die Zeit danach. © Cellex

Wirklich verwundert war ich auf die Antwort meiner Frage, ob ich mir denn für die beiden Termine frei nehmen müsste. Das ist nämlich tatsächlich nicht der Fall. Hier scheint es eine Art Sonderurlaub zu geben, der von der DKMS, Cellex oder wem auch immer bezahlt wird. Mein Arbeitgeber braucht sich hier also keine Sorgen zu machen, dass er mich für drei Tage Nichtstun bezahlen muss. Interessanterweise werden auch alle anderen Kosten komplett übernommen. Das fängt bei der Anreise an, geht über die Unterbringungskosten bis hin zu Verpflegungskosten während des Aufenthalts. Versichert bin ich natürlich auch während alldem. Das einzige, was es mich also kostet ist etwas meiner Zeit. Kein schlechter Deal dafür, dass ein anderer Mensch dadurch möglicherweise seine Erkrankung überwinden und weiterleben kann.

Der Artikel auf Wikipedia zur Stammzellentransplantation ist übrigens sehr aufschlussreich und klärt auch über die Risiken für den Empfänger auf, bei dem natürlich auch Abstoßungsreaktionen auftreten können. Die Stammzellenspende ist also bei weitem kein Garant dafür, dass der Patient wieder gesund wird, jedoch aktuell die einzige Möglichkeit diverse Krankheiten zu überwinden.

Jetzt da die ganze Sache konkret wird werde ich wieder etwas nervöser, aber nicht nur aus Ungewissheit. Diese kann durch fragen und informieren bei den zuständigen Stellen großteils abgestellt werden. Nein, aus Freude. Ein Leben rettet man nicht jeden Tag und ich hoffe wirklich, dass die Spende klappt. Wie es weiter geht werde ich natürlich auch weiterhin berichten

Aufmacher-Bild: By User:MartinD, edited by Mattes (Own work) [CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons

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  1. […] oder inzwischen bereits gestern, habe ich nach meinem Telefonat mit Cellex die Unterlagen zur bevorstehenden Stammzellenspende […]

  2. […] am 18.11.2014 hatte ich um 10 Uhr meinen Termin zur Voruntersuchung für die bevorstehende Stammzellenspende bei Cellex in Köln. Hier nun ein kleiner Abriss meines […]

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