Schalttafel einer verlassenen Kurklinik, mit der die wichtigsten Bereiche gesteuert werden konnten.

Urban Exploration: Die Schönheit des Verfalls

Seitdem ich mir meine Spiegelreflexkamera gekauft und damit angefangen habe mehr als nur manchmal durch die Gegend zu fahren und nach schönen Motiven Ausschau zu halten, konnte ich mich noch nicht dazu entscheiden welche Art der Fotografie ich dauerhaft verfolgen will. Das weiß ich zwar immer noch nicht, aber was ich weiß ist, dass mich Urban Exploration so fasziniert wie selten etwas.

Was ist Urban Exploration?

Urban Exploration, auch Urban Exploring oder Urbex genannt ist zumeist die fotografische Erforschung von sogenannten Lost Places. Orten also, die verlassen sind und derzeit keine aktive Nutzung mehr erfahren. Die Spanne dieser Objekte reicht von verlassenen Gebäuden, wie Industrieanlagen, Krankenhäusern und Schulen bis hin zu Katakomben und der Kanalisation. Aber auch aktiv genutzte Versorgungsanlagen oder verlassene Militär-Standorte sind beliebte Ziele. Mehr dazu gibt es bei rottenplaces.

Urban Explorer besuchen diese Orte und halten den Verfall fotografisch fest. Dabei gibt es einen ganz klaren Grundsatz, der diese von Vandalen und Kupferjägern unterscheidet: „Take only pictures, leave only footprints.“

Worin liegt der Reiz bei Urban Exploration?

Für mich persönlich liegt der Reiz zum einen darin aus der allzu aufgeräumten Welt des Alltags zu entfliehen und in die unaufgeräumte Welt eines Lost Places einzutauchen. Zum anderen ist es faszinierend wie schön Orte sein können, die von der Natur nach mehrjähriger Abwesenheit von Menschen zurückerobert werden. Spannend ist auch die Suche nach „Relikten“ von Menschen, die vor langer Zeit in und um das Objekt herum anwesend waren.

Verfallene Objekte sind unglaublich vielfältig. Meistens findet man viele leere Räume, in denen die Farbe von den Wänden platzt. Aber dann entdeckt man doch immer wieder ein paar Highlights, z.B. noch fast komplett möblierte Zimmer, einen Pin-Up-Kalender von 1995, fast nagelneue Geräte, alte Zeitungen, komplexe Maschinerie, unerwartete Warnschilder und noch vieles mehr. All dies macht Urban Exploration zu einer spannenden Jagd nach kleinen Geschichten aus alten Zeiten.

Ein Warnschild, welches vor Radioaktivität warnt

Urban Exploration ist immer wieder für Überraschungen gut. Dieses Radioaktivitäts-Warnschild entdeckte ich in einem Zementwerk.

Was man jedoch nicht vergessen darf ist, dass die Erkundung mancher Objekte durchaus gefährlich sein kann. Besonders dann wenn diese stark marode oder verwüstet sind. Gutes Schuhwerk, eine Taschenlampe und ggf. eine Atemschutzmaske sind Pflicht. Das Handy muss natürlich auch mit, so dass man im Notfall gefunden werden kann. Im Besten Fall ist auch noch eine zweite Person dabei, die einem im Ernstfall selbst helfen oder Hilfe rufen kann. Beachten muss man auch, dass alle Objekte einen Besitzer haben und diese die Neugier eines Urbexers nur in den seltensten Fällen verstehen können. Im allerschlimmsten Fall erhält man eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch!

Was die Foto-Ausrüstung an sich betrifft ist es nie verkehrt ein Stativ dabei zu haben und ein lichtstarkes Objektiv, vor allem dann wenn die Objekte Keller haben, die natürlich nicht mehr beleuchtet werden und somit dementsprechend dunkel sind. Ein entfesselter Blitz ist wahrscheinlich auch nicht verkehrt, habe ich aber selbst bisher nie benötigt.

Wie findet man Objekte für Urban Exploration?

Hierzu ist zu sagen, dass die meisten Urbexer nur äußerst ungern preisgeben welche Objekte sie besucht haben. Vor allem dann wenn diese noch nicht lange leerstehen. Man will Vandalen schließlich nicht dazu einladen den fotografischen Reiz eines Objektes durch zahlreiche Zerstörungen zu mindern.

Mir hilft meist die ausführliche Recherche im Netz, Google Maps, Tipps von Bekannten oder die Suche in Geocaching-Foren. Heute z.B. fand ich eine verlassene Kurklinik ganz in der Nähe eines neulich von mir besuchten leerstehenden Hotels. Bis ich jedoch endlich Koordinaten in der Hand hatte vergingen mehrere Stunden. Natürlich gibt es auch überregional bekannte Objekte, aber für die Insider-Tipps muss man einiges an Zeit investieren um diese lokalisieren zu können.

Alles in allem ist Urban Exploration ein sehr vielschichtiges Thema, welches mir unglaublich viel Spaß bereitet. In meinem bevorstehenden Urlaub fahre ich sogar extra in Städte, die zu diesem Thema einiges zu bieten haben, da es hier in Oberbayern äußerst selten vorkommt, dass Gebäude verlassen zurückbleiben.

Weitere Websites zum Thema Urban Exploration:

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Hallo, ich heiße Benjamin Hofmann und mir gehört dieses Blog. Wenn du mehr über mich erfahren willst kannst du das auf dieser Seite tun. Ich bin natürlich auch auf Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

4 comments, add your’s.

Jess

Hey Benjamin,

erstmal: echt schöner Blog!

Dann habe ich aber auch zwei Fragen an dich, zum Thema Urban Exploration. Ich selbst sehe mir schon seit vielen Jahren Fotos an, habe mich aber noch nicht so richtig wo rein getraut.
Ich gehöre allerdings zu einer Theatergruppe, die sich dieses Jahr mit dem Thema „Geheime Welten“ beschäftigt. Drei oder vier von uns sind dabei auch auf das Thema Urbex gestoßen und deshalb habe ich jetzt zwei Fragen an dich:

Erstens: Wärst du bereit, dich mal mit uns über das Thema zu unterhalten? Das geht natürlich auch anonym, per Skype, Email… Es würde uns auf jeden Fall helfen, tiefer in das Thema einzusteigen.

Und zweitens: Wir sind grade am Überlegen, im Sommer nach Dresden zu fahren und selbst mal Fotos zu machen. Es geht uns wirklich nur um Fotos, wir wollen nichts verändern, filmen oder die Orte sonst wie verändern. Es geht nur um die Stimmung. Da wir aber im Rahmen des Stückes mit unseren Erfahrungen umgehen wollen, bräuchten wir einen Ort, den man legal besuchen kann. Kennst du da vielleicht was?

Es wäre großartig, wenn du uns irgendwie helfen könntest!

Liebe Grüße,

Jess

Hallo Benjamin,

Das ist toll, dass Dir das Fotografieren in Lost Places Spaß macht! In Hamburg veranstalten wir vom Urban Photo Collective jeden Monat neue Meetings zu bestimmten Themen in anderen Locations. Vielleicht ist das was für dich! Lg Anma

http://www.urbanphotocollective.com

Hallo Benjamin,

Das ist toll, dass Dir das Fotografieren in Lost Places Spaß macht! In Hamburg veranstalten wir vom Urban Photo Collective jeden Monat neue Meetings zu bestimmten Themen in anderen Locations. Vielleicht ist das was für dich! Lg Anma

http://www.urbanphotocollective.com

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